Description:

EDUARD VEITH
Neutitschein 1858 – 1925 Vienna

„Nymphe und Satyr“ or „Die Allegorie des Herbstes“
Oil on canvas
139 x 80 cm (mit Rahmen 147 x 92 cm)
signed b.r.

Backside:
Inscribed & dated 1907

Wonderful frame in the style of the Viennese Secession



Eduard Veith
Neutitschein 1858 – 1925 Wien
Die Allegorie des Herbstes
Öl auf Leinwand, 139 x 80 cm
signiert u.r.
Rückseitig: Bezeichnet & datiert 1907
Wunderbarer Rahmen im Stil der Wiener Sezession

Eduard Veith wird am 30. März 1858 in Neutitschein geboren und wächst im Kronland Mähren auf. In Wien studiert er an der k. k. Kunstgewerbeschule des k. k. Österreichischen Museums für Kunst und Industrie und ist wie Gustav Klimt, Franz Matsch und Ernst Klimt Schüler von Ferdinand Laufberger. Studienreisen führen Veith unter anderem nach Paris, Italien, Belgien und Nordafrika. Stilistisch steht der Maler in der historistischen Nachfolge Hans Makarts, Carl von Pilotys oder Anselm Feuerbachs, der auch für einige Jahre in Wien tätig ist. Wie diese gehört Veith zur Ausstattungsmalerei der Wiener Gründerzeit. Doch während Makart an barocken Vorbildern und Feuerbach an der venezianischen Malerei anknüpft, orientiert sich Veiths oft mythologisch motivierte Historienmalerei an Symbolismus und Rokoko und mündet in die Malerei des Wiener Jugendstils, in der er eine führende Stellung einnimmt. Nach Klimt und Matsch steigt Eduard Veith zu einem der meistbeschäftigten Maler auf. Die Gemälde Huldigung der Vindobona, Bekränzung des Dichters Raimund und der Hauptvorhang, alle im 1889 erbauten (Deutschen) Volkstheater zählen zu seinen wichtigsten Werken. Wandbilder und Ausstattungen im Theater Ronacher, zahlreiche Deckengemälde im Maria-Theresien-Saal der Neuen Hofburg und die Schwimmhallendecke des Dianabades werden von Veith ausgeführt. Kulturhistorisch bedeutende Werke entstehen auch am Prager Deutschen Theater und im Theater Unter den Linden in Berlin. Anerkennung erntet Veith jedoch nicht nur mit angewandter Malerei, mit der ihn die bekannten Theaterarchitekten Fellner und Helmer betrauen, sondern auch durch viele private Aufträge. Er malt für Gutmann und Rothschild, für Dobner und Seilern, führende Familien der k. k. Monarchie. Neben dem Reichel-Preis, verliehen im Wiener Künstlerhaus durch das Kollegium der Akademie, erhält Veith den Kaiserpreis, den Kaiser Franz Joseph I. selbst aus dem Allerhöchsten Privat- und Familienfonds dotiert. Veith erringt Goldene Medaillen auf Internationalen Kunstausstellungen in Antwerpen, Berlin und Wien, sowie Gold- und Bronzemedaille in Paris. Er wird Mitglied im Künstlerhaus Wien und ordentlicher Professor für Aquarellieren und Landschaftszeichnen an der Technischen Universität. Am 18. März 1925 stirbt Eduard Veith an seinem Wohnort Wien-Döbling. Sowohl aus stilistischer Sicht als auch in Bezug auf das außergewöhnlich große Format und die Malweise zählt das Familienfest zweifelsfrei zu den Hauptwerken des Künstlers. In Leben und Werk von Eduard Veith dominieren ähnliche Aufgaben wie für die neobarocke Malerei Hans Makarts, den bis 1884 vorherrschenden Maler Wiens. Veiths Malweise zeigt jedoch ein historisierendes Spezifikum. In der liberalen Grundstimmung des Fin de Siècle leben Stile wie Romantik und Biedermeier ebenso wieder auf wie das Neurokoko. Dieser Pluralismus zieht sich nicht nur durch das Oeuvre des Malers, sondern auch durch Österreichs Malerei des ersten Jahrzehnts im zwanzigsten Jahrhundert. Veith versteht es im vorliegenden Bild Elemente des Rokokos mit allegorischer Personifikation, mit symbolistischer Aufladung zu verbinden. Räumliche Tiefe der Landschaftsausblicke und dekorativer Flächenbezug werden eins. Selbst der Duktus reicht von detailrealistischer Malweise bis hin zum sichtbaren Strich. Stilistisch zeigt sich ein relevanter Aspekt der Wiener Malerei. Die Symbiose von „Drittem“ Rokoko mit dem aktuellen Jugendstil.
(Dr. Bernhard Barta)

Werke seiner Hand u.a.: Volkstheater, Wien Dianabad, Wien Ronacher, Wien Hofburg, Wien Bürgertheater, Wien Staatsoper unter den Linden, Berlin Deutsches Theater, Prag Auszeichnungen: Reichel-Preis, Erzherzog Carl Ludwig Medaille, Kaiserpreis Ausstellungen: Antwerpen (Goldmedaille), Berlin (Goldmedaille), Wien (Goldmedaille), Paris (Gold & Bronzemedaille) Literatur:
Silvia Freimann, Eduard Veith (1858–1925). Kommentierter Werkkatalog mit Werkverzeichnis, Berlin 2011
Silvia Freimann, Eduard Veith (1858–1925). Studien zur dekorativen Monumentalmalerei Ende des 19. Jahrhunderts.Dissertation,Salzburg 2006
Heinz Schöny, Wiener Künstler-Ahnen. Genealogische Daten und Ahnenlisten. Wiener Maler. Band 3. Jugendstil (Symbolismus), Wien 1987, S. 83

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